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Die Wanderhure 2: Die Rache der Wanderhure
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Sidschei
Geschrieben am: Wed, 23 March 2016, 19:28


King of Bollywood alias MacGyver-Sid


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Mitgliedsnummer.: 9
Mitglied seit: 27.04.2003



Die Rache der Wanderhure
(Die Rache der Wanderhure)
Land:Germany/Austria/Czech Republic 2012
Regie:Hansjörg Thurn
Darsteller:Alexandra Neldel, Bert Tischendorf, Julian Weigend, Johannes Krisch, Esther Schweins, Götz Otto, Ill-Young Kim, Michael Markfort, Hary Prinz, Helmut Berger, Nadja Becker, Corvus Corax, Daniel Roesner, Cornelius Obonya, Xenia Assenza, Julie Engelbrecht, Johannes Zeiler, Fritz Egger, Kristina Skokova, Mercedes Echerer, Jutta Dolle
FSK:12
Laenge:120 min
Genre:Drama / Romance
Weitere Infos auf:
Infos über diesen Film bei ImdB (USA)Infos über diesen Film bei Filmstarts.de
Gesehen als:Deutsche OV

Nanu... meine Kritik zum zweiten Teil dieser meisterhaften icon22.gif Trilogie ist hier noch gar nicht? Schnell mal nachgetragen biggrin.gif

Ich habs tatsaechlich getan: Ich hab mir den zweiten Teil des eh schon unsaeglich schlecht verfilmten Stoffes der Wanderhure angetan. Und obwohl ich ja schon am Buch wirklich kein gute Haar gelassen habe erscheint es mir fast schon irgendwie unmoeglich zu sagen, dass der Film wirklich noch schlechter und unertraeglicher als das Buch geworden ist. Das ist echt schon fast ein kleines Meisterwerk und wuerde es durchaus verdienen, die Steigerungsform des Wortes schlecht um eine Stufe zu erhoehen: Schlecht, schlechter, am schlaechtesten, Die Wanderhute-Fortsetzung...

Eine auch nur ansatzweise detailgetreue Umsetzung des Romanes habe ich nach den Erlebnissen des ersten Teiles nun ja eh nicht erwartet. Und als ich im Vorspann dann noch zu lesen bekam Nach Motiven des Romans... war mir auch schon mehr oder weniger klar, dass diese Verfilmung noch weniger mit der literarischen Vorlage zu tun haben wird als der erste Teil; auch wenn ich mich dann frage, warum die Autoren waehrend des Drehs jemanden beauftragt hatten, die Dreharbeiten zuueberwachen lol

Also, es ist wirklich so, dass man sagen kann: Ausser der Grundidee...

("Kann man auch lesen, da wohl eh bekannt und es gleich in den ersten Minuten des Filmes gezeigt wird")
Spoiler:
Mann faellt durch Hinterlist in den eigenen Reihen, ist gar nicht tot, verliert Gedaechtnis und wird von Frau gesucht 

...und den Namen hat dieser Fillm nichts, aber wirklich nichts und ueberhaupt nichts mit dem Buch gemeinsam. Ich fragte mich eh schon, wie man die Seichtheit des Buches mit dem Wort Rache gemeinsam verfilmen konnte. Aber nun weiss ich es loli.gif Indem man einfach nichts, aber wirklich so gar nichts von dem Buch ueber laesst, alles umnoddelt, sich eine komplett neue Geschichte ausdenkt, neue Handlungsstraenge ausdenkt, alles noch staerker vereinfacht als es im Buch und im (filmischen) ersten Teil eh schon der Fall war und aus dem Buchstoff irgendwie eine weibliche Rambo schafft, die auf ihrem Weg nach der Suche ihrer grossen Liebe einfach alles, aber wirklich alles ausnutzt und niedermetzelt, was ihr nur in den Weg kommt!

Wenn dies im dritten Teil so fortgefuehrt wird, dann wuerde ich mich fast schon auf den One-Woman-Auftritt freuen, wenn da auf der anderen Seite nicht noch die unertraegliche, filmische Realisierung waere, die mir selbst diese geistige Freude schon wieder im Keime verdirbt und mich wuenschen laesst, lieber 2 Sissi-Filme denn noch einen Teil der Wanderhure zu sehen... und ja, sicherlich: Klar werd ich den dann auch irgendwann anschauen, wenn er kommt. Und wenn es blos dazu dient, mich wieder gepflegt 2 Stunden nicht entscheiden zu koennen, ob ich vor nicht enden wollenden Lachanfaellen, purem Entsetzen ueber die kuenstlerische Freiheit der Macher oder einfach der gesamten und kompletten Schlechtheit des Filmes in allen Belangen dabei dann mein Leben aushauchen werde. Naja, vielleicht auch nicht ganz so dramatisch; aber manchmal macht herrliches Aufregen ueber irgendwelchen gesehenen Schrott ja auch Spaß biggrin.gif Und diesbezueglich hat "Die Rache der Wanderhure" dann wirklich eine satte 10 verdient lol

Ich weiss echt nicht, wo ich wirklich anfangen soll diesen Film in seinem Sein zu zerlegen und schlecht zu reden. Denn so schlecht...kann glaube ich nicht mal ich sein, wie es dieser Film verdient hat. Vondaher verweise ich doch einfach mal auf meine Kritik zum ersten Teil, der in seiner Machart dann doch schon sehr aehnlich ist. Auch wenn ich zugeben muss, dass das ganze etwas "schmutziger" geworden zu sein scheint. Auch wenn Frau Neldel und ihr Goettergatte immernoch perlweiss-perwoll-gespuelt sauber ueber die Mattscheibe huschen, Götz Otto wie ein gehirnamputierter Idiot unter der Fuchtel einer Mutter-Esther-Schweinz-Oberin sich nicht weniger laecherlich zu machen versteht... so sind ein paar Kreaturen hier doch wenigstens ein bisschen verschmutzt und vergammelt. Ist ja schon mal eine gewisse Steigerung zu Teil 1 biggrin.gif

Weiterhin unertraeglich bleibt allerdings Alexandra Neldel in der Rolle der Marie. Da bleibe ich bei meinen Worten aus der Vorgaengerverfilmung: Diese noch aelter gewordene Dame passt einfach und ueberhaupt nicht in die Rolle der Marie und widert mich in dieser Rolle sogar regelrecht und wirklich an. Selten so eine dermassen komplette Fehlbesetzung erlebt, die aber - ich will ja ehrlich sein - bei der kompletten Ansammlung an Fehlbesetzungen (oder vielleicht sollte man eher sagen: Darbietungen schlechter, darstellerischen Leistungen) eh nicht mehr so wirklich auffaellt. Und da eh das komplette Buch umgeschrieben wurde....

Ich mochte den Charakter der Marie schon in der Buchfortsetzung nicht mehr wirklich; aber dass es im Film noch arroganter und unertraeglicher geht, das ist auch schon fast eine dicke Oscarnominierung wert. Die folgende Frage geht nun echt an die komplette Starbesetzung des Filmes: Wie kann man eigentlich so beschissen schlecht schauspielern? Und selbst Maries Gatte, der mir zumindest zu Beginn echt zu gefallen verstand hat es im Verlauf des Filmes geschafft, sich dem unterirdischen Niveau seiner Darstellerkameraden noch anzuschliessen und durchbricht gemeinsam mit Frau Neldel an der Hand problemlos die Schallmauer zur Schlechtheit. Gott hülf, echt. Wie kannst Du sowas nur zulassen? Man wird den Eindruck echt nicht los, dass selbst die Darsteller das ganze Treiben in diesem Film einfach nur laecherlich finden und nur des lieben (gefoerderten) Geldes wegen ihre Rollen hier weiter eingenommen haben. Selbst unter dem Aspekt "deutscher Film" und dem oftmals dadurch zugedruecktem Auge gibt es hier kein Schlupfloch auch nur irgendetwas schoen zu reden.

Allerdings macht man es den Darstellern zugegebenermassenauch echt schwer ihre Rolle hier gut zu praesentieren. Jede Rolle ist nur auf ihr wesentlichstes Sein reduziert und darf kaum mehr als eben dieses wiederholt darzubieten. Raum und Platz fuer irgendwelche Charakterentwicklung oder sonstwas bleibt da ebenfalls nicht und wird auch nicht geboten. Erstaunlich bei einem 2 Stunden langen Film, irgendwie. Der ganze Film wirkt hier wie ein Reihe Kacheln an der Wand, die von einem Blinden Fliessenleger erstellt wurde und der einfach immer eine Fliese gegriffen hat, ohne deren Farbe zu sehen. So ergibt sich eine Reihe rot-gruen-gelb-gelb-blau-gruen-lila-blass-blau. Zwar gerade, aber eben doch wahllos aneinander geklebt. Genau so wirkt auch der komplette Film in seinem Sein der einzeln, aneinandergeklebten Erzaehlstuecke. Zack, naechste Szene, Zack,naechste Szene. Zack, nochmal naechste Szene. Dabei werden Storyentwicklung und auch auftauchende Charaktere einfach bis zur Belanglosigkeit hin verbraucht, wenn es sich nicht gerade um Marie handelt. So ist auch handwerklich bei diesem Film, von Regie bis Schnitt selbst die unterste Messlinie noch lange nicht ueberschritten.

Soll ich auch noch was positives ueber den Film sagen? Nun gut, das "Umfeld" hat mir optisch teilweise echt gut gefallen zwinker.gif Und 2, 3 Szenen waren hinsichtlich der Entwicklung echt besser, als es das Buch zu erzaehlen verstand...
Spoiler:

Was mir recht gut gefiel war der Umstand, dass im Film Michel sein Gedaechtnis nicht so hopplahopp wieder bekommen hat sondern selbst bei Maries erscheinen nach wie vor nur aus dem Traum bescheid wusste, er aber nicht wusste, wer sie war. Öhm, sagte ich 2, 3... dann fallen mir die anderen nicht mehr ein oder es war gelogen und es war nur der eine Punkt *Lach* Ach nein, ja, genau: Der Umstand, dass Michel in seiner Gedaechtnislosigkeit einen der "Seinen" einfach mal kurz umbringt, weil er ihn als Gefahr betrachtet, fand ich auch ziemlich gut gelungen.
 

Daraus haette man auch dramaturgisch echt was machen koennen... wenn, ja wenn eben die Macher des Filmes nicht auch diese Moeglichkeit komplett verhunzt haetten und es einfach nur lieblos dahingespult wird und ueberhaupt nicht irgendwie genutzt wird sad.gif Sorry, aber da waren echt einfach nur ganz grosse Pfuscher am Werk. Hauptsache moeglichst viel Screentime fuer Frau Neldel *baeh*

Ein weiterer Vergleich zwischen dem Buch und dem Film lohnt sich im weiteren echt kaum, da der Film mit dem Buch einfach nichts, aber wirklich ueberhaupt nichts gemein hat. Von daher im folgenden Spoiler nur die groessten Abweichungen und vor allem Laecherlichkeiten, die der Film zu bieten verstand.
Spoiler:

Eklatant schon der Beginn: Das Kind bereits vorhanden erspart man im Film einem das ganze Vorgeplaenkel, welches im Buch vorhanden war. Auch fuehrt Michel nicht das Heer an, sondern ist unterstellt. Der ganze Konflikt ueber die Tatsache Wirtsjunge und dass er nicht akzeptiert wird, wird auf ein minimalstes Minimum beschraenkt. Eigentlich gar nicht mal so schlimm, irgendwie. Immerhin bleibt der Sinn da erhalten.

Laecherlich fand ich allerdings die Szene, als das kleine Balk nur zu Marie meinte: Papa ist nicht tot... örgel, voellig unnoetige Szene *g* Dass dann noch irgendeiner aus dem ersten Teil auftaucht, der sich in Maskenform (mal ehrlich: ohne sieht er trotz angeblich so schlimmer Entstellungen doch echt noch besser aus, oder?) an ihr Raechen will und dafuer wirklich alle Grenzen ueberspringt: Druff g'schissa. Das ist halt der Inhalt des Filmes, auch wenn der so im Buch ueberhaupt nicht vorkommt.

Auch das Kriegstreiben ist auf ein absolutes Minimum beschraenkt und kommt filmisch an sich gar nicht vor. Michel wird auch nicht von den vermeindlichen Feinden gefunden und aufgepeppelt, sondern von einem Mongole, oder was der Typ war. Und obwohl sich Michel auffuehrt wie ein assoziales Arschloch, hat er ihn trotzdem lieb. Weil es so ein altes Sprichwort seiner Heimat besagt. Ach wie toll. Oder besser: Auch total bekloppt.

Ganz grandios fand ich aber auch, dass sie ihn im Film eben doch "den Deutschen" nennen, in deren Sprache natuerlich. Waehrend man im Buch nach seinem Erwachen eben genau dies nicht machen moechte, da es als Schimpfwort gilt, hat man sich dieses kleine Extra im Film halt auch gespart. Fand ich echt schade.
 


Der Brueller aber ueberhaupt war Marie, als sie sich als "Junge" verkleidete... ohno.gif
(mal ehrlich: Mir ist es nicht mal aufgefallen, dass sie ein Junge sein soll laugh.gif ) und keiner, aber wirklich keiner bemerkte, dass sie eine Frau ist. Da hab ich mir echt vor Lachen bald die Hosen bepisst, so peinlich waren diese ganzen Szenen biggrin.gif Fuer wie bloede verkauft man eigentlich seine Zuschauer? Also, das war schon echt der Brueller, vor allem als die Huebschlerin sie - aehm, sorry: ihn - anmacht und es erst beim Griff an die Hose bemerkt. Was musste ich lachen. Macht sich dann aber auch keiner Gedanken, warum eine Frau das so macht, nein, kommt gleich an den Galgen um dort dann triefschwingende Reden zu halten und die Gegner zu ueberzeugen... ich kann gar nicht so viel Essen, wie ich beim dem ganzen Quark kotzen will, der mir hier praesentiert wurde.

Und bei der Ruehrseeligkeit mit dem Zwergen-Ganoven, ja, ein Kleinwuechsiger darf natuerlich auch nicht fehlen in der filmischen Version, ists mir dann wirklich vollends hochgekommen... Du bist sehr mutig. Die meisten Maenner die ich traf, waren kleiner als Du. Buarg... Finger in den Hals steck. biggrin.gif Was zwar irgendwie gut gemeint war in seiner Grundlage verkommt bei der hiesigen Darbietung und Praesentation einfach zu einer weiteren, nahezu nicht ertragbaren Laecherlichkeit seiner selbst.

Ansonsten, wie schon gesagt: Der Film hat nichts wirklich mit dem Buch gemein und dient nur dazu Alexandra Neldel als rachesuechtige Ex-Hure (und zukuenftige Rambo-Gattin?) durch die Gegend laufen, rennen und reiten zu lassen. Wenigstens passt der Titel des Filmes damit zu dem, was man hier praesentiert bekommt. Was das Ganze mit der "Wanderhure" an sich noch zu tun haben soll ist eine Frage, die wohl nicht nur mir damit unbeantwortet bleibt.

In meinen Augen ist dieser Film ein komplettes: Thema nicht nur verfehlt, sondern auch katastrophal dargeboten! Setzen, Sechs!

PS: Bin ja gespannt, ob dieses Mal wenigstens jemand zugibt, dass er das Teil gesehen hat suspekt biggrin.gif

PPS: Schaut euch mal die Cover zu Teil 2 +3 an: Das exakt identische Bild von Neldel, nur ein anderer Hintergrund zahn.gif

Inhaltsangabe: (Achtung! Kann Spoiler enthalten)

Nach den Querelen rund um die Ermordung ihres Vaters genießt Marie (Alexandra Neldel) nun mit ihrem Ehemann Michel (Bert Tischendorf) und ihrer gemeinsamen Tochter Trudi ihr Familienglück. Doch die Freude währt nur kurz, denn König Sigismund (Götz Otto) zieht gegen die Hussiten in den Krieg und so muss auch Michel seiner Pflicht nachkommen. Als Marie dann die Nachricht erhält, ihr Michel wäre im Kampf gefallen, weigert sie sich die Schreckensbotschaft zu glauben und begibt sich auf die Suche nach ihm. Ihr bleiben jedoch nur 10 Tage, um ihn zu finden, andernfalls würde sie gezwungen werden wieder zu heiraten, so will es das Gesetz. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, der einige Überraschungen parat hat, denn Michel ist nicht tot, sondern an der Seite einer anderen Frau.
Quelle: Filmstarts.de



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